Hann. Münden, 26.09.2018

Station der Deutschen Märchenstraße

Auch Hann. Münden ist ein Ort, den man unbedingt gesehen haben muss. Wobei "müssen" ja nun immer relativ zu sehen ist! Aber gesehen haben sollte, wenn man sich für Deutschlands Geschichte und Kultur interessiert und gerne an Orten weilt, die alles vereinen, was des Urlaubers Herz erfreut! Schon Alexander Humboldt hat im Zusammenhang mit Hann. Münden von einer der sieben schönst gelegenen Städte der Welt gesprochen. Das erschließt sich einem, wenn man sich die Mühe macht, hoch zum Weserliedstein zu wandern oder zu radeln, wie ich es getan habe – wobei das mit meinem E-Bike nun wirklich keine große Herausforderung war. Die ich aber auch ohne E-Bike in Kauf genommen hätte für den Blick, den ich von hier oben über Hann. Münden genießen kann, wie Ihr dem ersten Bild der Bildergalerie ersehen könnt. Der Blick fällt hinunter zum Weserstein, da wo sich Werra und Fulda küssen und zur Weser vereinen. Am Ende ihres Flusslaufes umfließen sie die Insel, auf der sowohl der Campingplatz als auch der städtische Wohnmobilstellplatz gelegen sind. Allen Caravanern sei empfohlen frühzeitig anzureisen – die Stadt ist sehr beliebt, auch außerhalb der Saison. Das ist auch kein Wunder, denn sie hat allerhand zu bieten.

Dazu zählen z. B. mehr als 700 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten (Hann. Münden ist eine der Gründungsstädte der Deutschen Fachwerkstraße) und das Historische Rathaus im Stil der Weserrenaissance, dessen Glockenspiel drei Mal täglich um 12:00, 15:00 und 17:00 Uhr erklingt und zum Doktor-Eisenbart-Lied Szenen vom Wirken des berühmtesten Wanderarztes der Barockzeit zeigt. Doktor Johann Andreas Eisenbart (1663-1727) war ein deutscher Handwerkschirurg, der durch seine Heilerfolge als fahrender Wundarzt und Starstecher landesweit großen Ruhm erlangte. In Preußen wurde er wegen seiner augenärztlichen Leistungen vom "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. sogar zum Hofrat und Hof-Augenarzt ernannt. Über die Grenzen Hann. Mündens hinaus bekannt geworden ist Eisenbart aber vor allem aufgrund eines Spottliedes, das ihn fälschlicherweise als Quacksalber und Kurpfuscher bezeichnet – vermutlich unter Göttinger Studenten entstanden, denen Hann. Münden ein beliebtes Ausflugsziel war.

Bis ins 16. Jahrhundert war die Stadt Sitz der Welfen, die zu den ältesten Adelsgeschlechtern Europas zählen und wovon das große Welfenschloss am Werraufer zeugt. Hier startet der Weserradweg, der zu den beliebtesten Radwegen Deutschlands zählt und bis in das 515 km entfernte Cuxhaven an der Nordsee führt. Ob nun zu Rad oder wandernd zu Fuß – die Stadt ist umgeben von sanften Hügelketten mit Wiesen, Wäldern, Burgen und Schlössern im Stil der Weserrenaissance. Mit dem Naturpark Münden mit seinen Feuchtwiesen, der Eisvögeln und Schwarzstörchen Raum zum Brüten bietet und einem insgesamt 450 km umfassenden Wanderwegenetz wird die Natur zum "Erlebnis für alle Sinne".

Und da auch die Gastronomie genug Abwechslung bietet (nicht versäumen solltet Ihr den urigen “Ritter der Rotwurst“, ein Fleischerfachgeschäft mit angeschlossenem Restaurant), sage ich es mal mit den Worten vom Doktor “Ich schwör bei meinem Doktorhut. Widewidewitt, bum, bum!“: Die kleine Stadt bietet ein breit gedecktes Angebot für alle – sowohl für die, die Ruhe und Erholung suchen, ebenso für die Aktivurlauber und Familien, denen sich vielfältige Freizeit und Ausflugsmöglichkeiten bieten.

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