Hessisch-Lichtenau, 08.09.2018

Station der Deutschen Märchenstraße

Ein großes Schild "Tor zum Frau Holle Land" begrüßt mich am Ortseingang von Hessisch Lichtenau. Seit Jahrzenten wirbt die Stadt mit der Figur der Frau Holle, ist sie doch hier in vielerlei Hinsicht verortet. Wenn man das Glück hat, so wie ich, dann können Ihr Euch von Ida Schröder, eine der Darstellerinnen der Frau Holle, entlang dem Frau Holle-Rundweg führen lassen. So mache ich mich mit ihr auf den Weg dieses idyllische Fachwerkstädtchen zu erkunden – übrigens auch das eine Station der [>> Deutschen Fachwerkstraße].

Der Rundweg beginnt am Tor des Frau Holle-Parks, das den Eingang in das Frau Holle-Land symbolisiert. Er zeigt an 12 Stationen sowohl die Sagen- als auch die Märchengestalt in Verbindung mit der Geschichte der Stadt. Zentraler Mittelpunkt des Parks ist die Frau Holle-Statue. Kunstwerke, geschaffen von Studenten der Kunsthochschule Kassel, verteilen sich über den ganzen Park und erzählen, zusammen mit Spruchzitaten auf 20 Bronzeplatten, das Märchen von der Frau Holle. Dazu zählen zwei eindrucksvolle Installationen von der fleißigen Gold- und der faulen Pechmarie. Weiter führt der Weg zum Karpfenfängerteich, der in Verbindung mit einer alten Sage der Stadt steht. Ein echter Hingucker ist die aus einem Sandsteinblock gearbeitete Freya – die Göttin der Liebe, des Glücks und der Fruchtbarkeit. Nach weiteren Stationen durch die malerische Innenstadt endet der Rundweg am Märchenbrunnen, der den Einstieg in die Unterwelt symbobilisieren soll.

Wir ziehen dann weiter zum Marktplatz mit dem wunderwunderschönen alten Fachwerkhaus, das früher das Rathaus und heute das [>> Holleum] beherbergt. Es zeigt in einer liebevoll zusammengestellten Ausstellung mit tollen visuellen und interaktiven Elementen vier Themenwelten: 1. Die Meißnerwelt, die von der Wirkungsstätte der Frau Holle erzählt. 2. Die Kräuterwelt der Frau Holle. 3. Die Märchenwelt und 4. Die Unterwelt, in der vom Mythos und der Sage erzählt wird. Eindrucksvoll ist der Lavastrom, der aus 400 LED-Lämpchen gespeist wird und an die vulkanischen Aktivitäten des Meißners erinnert.

Kein Wunder, dass ich mich am nächsten Tag, inspiriert von den Erzählungen, auf den Weg zum Hohen Meißner mache und mein Reisemobil ganz oben auf dem Berg mit Erlaubnis des Wirtes am [>> Berggasthof Hoher Meissner] abstelle. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick über den Naturpark Meißner-Kaufunger Wald – ein Wanderparadies. Und so folge ich dem Premiumweg P1, der mich durch den Wald, vorbei am Frau Holle-Teich rund um den Berg führt. Dabei bin ich nur ganz wenigen Menschen begegnet, konnte die Ruhe in der Natur genießen – und war mir am Ende des Tages wieder bewusst, wie erholsam und glückbringend so ein ausgedehnter Wandertag doch immer wieder ist.

Im Rucksack hatte ich auch ein Stück Ahle Wurscht von der [>> Landfleischerei von Carsten Neumeier] dabei. Die liegt direkt an der Route auf dem Weg zum Hohen Meißner, wo ich ganz spontan einen Halt eingelegt habe. Der Typ ist übrigens echt freundlich und ein Spezialist, wenn es um die Ahle Wurscht – eine nordhessische Spezialität – geht. Mir hat er Einblick in die Produktions- und Reiferäume gegeben – und wenn Ihr freundlich nachfragt, zeigt er die auch Euch sicherlich gerne. Bei ihm könnt Ihr übrigens auch Schlachte- und Wurstkurse belegen. Die Ahle Wurscht, eine Dauerwurst, wird bei ihm in traditioneller Hausschlachtung hergestellt. Das Schweinefleisch wird noch warm verarbeitet, was die Wurst erst zur echten Ahle Wurscht macht, dann luftgetrocknet und leicht kaltgeräuchert. Richtig leckere Rast!

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